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Die Presse über die HPZ-Programme


Ohne Fäuste geht es besser


Kinder sollen weniger prügeln


Stark sein, ohne die Fäuste zu gebrauchen


Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt


Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt (2)


Faustlos-Lehrer tauschen Erfahrungen aus


Projekt zur Gewaltprävention greift


Swantje Hartmann schenkt Delmenhorst viel Gewaltprävention


Mit dem "Faustlos"-Koffer gegen Gewalt


Der Wilde Willi und die Ruhige Schneck kommen bald zu allen


Prävention jetzt flächendeckend


„PriMa" Prävention – Psychologisches Programm zur Vorbeugung von Ess-Störungen zeigt Erfolge


Gewalt vermeiden - Projekt Faustlos


"Du darfst wütend sein"


Die Kinder reden anstatt zu prügeln


"Faustlos" kommt gut an, aber Lehrern fehlt die Zeit


Erzieherinnen der Samtgemeinde Schwarmstedt nahmen an Präventionsschulung teil


"Faustlos" setzt auf Vorbeugung statt auf Reparatur

Im Einzelnen:

  Ohne Fäuste geht es besser

ZDF, 10.12.06

  Kinder sollen weniger prügeln

Gewaltprävention nun in Kindergärten und Grundschulen – Bürgerstiftung zahlt 6000 Euro

Einfühlungsvermögen zeigen statt sich zu prügeln: Dies können jetzt alle Kindergarten- und Grundschulkinder mithilfe von sogenannten Faustlos-Koffern üben.

VON CHRISTIAN CARSTENS

ISERNHAGEN. Knapp ein Jahr nach seiner Gründung kann der Präventionsrat der Gemeinde Isernhagen Ergebnisse vorweisen: In allen Kindergärten und Grundschulen wird das Projekt Faustlos beginnen. Die Stoffpuppen Wilder Willi und Ruhiger Schneck sollen Kindern helfen, sich in ihre Alterskameraden hineinzufühlen. „Nicht alle emotionalen Kompetenzen werden Kindern in die Wiege gelegt“, sagt Faustlos-Trainer Andreas Schick (41). Deshalb hat der Psychologe das in den USA seit Jahren praktizierte Präventionsmodell Second Step mit seinen Kollegen vom Heidelberger Präventionszentrum (HDZ) für deutsche Kinder umgeschrieben. Nun wird Faustlos mithilfe von Präventionsrat und Bürgerstiftung in Isernhagen umgesetzt. Grundschüler lernen 51, Kindergarten-Kinder 21 Faustlos-Lektionen. Dafür hat jede Einrichtung einen Koffer erhalten, der zum Beispiel Bilder von Jungen und Mädchen in verschiedenen Gefühlslagen beinhaltet. Vom HDZ geschulte Erzieher sprechen in ihren Gruppen über die Bilder und spielen die Gefühlslagen vor. Dann schlüpfen die Kleinen in die Rolle der gezeigten Kinder, stellen die traurigen, fröhlichen oder wütenden Gesichter nach. „Ziel ist nicht, das Opfer-Täter-Prinzip nachzustellen. In Gruppen soll sich jeder mit dem Gegenüber identifizieren“, erläutert Schick. Im Anschluss helfen zwei Handpuppen dabei, das Gelernte auf den Punkt zu bringen: Einfühlungsvermögen, Respekt und Kommunikationsfreude sind die pädagogischen Ziele. Außerdem lernten Kinder so, dass sie von anderen wahrgenommen werden, sagt Kindergarten-Leiterin Marlies Kahle. „Der Bedarf an Gewaltprävention ist in Isernhagen nicht höher als anderswo. Kinder stehen aber wachsenden Anforderungen gegenüber und haben weniger Zeit für sich“, meint Gleichstellungsbeauftragte und Präventionsratmitglied Anne Menke. „Meist reagiert die Gesellschaft erst, wenn es zu spät ist“, sagt Michael Koch, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Aus den Einnahmen eines Mozart-Konzerts hat diese die Koffer im Wert von 6000 Euro finanziert. Dem Modell für Grundschulen und Kindergärten soll ein HDZ-Projekt folgen, das auf weiterführende Schulen zugeschnitten ist. Der Präventionsrat plant aber zunächst, das Rathaus in eine Villa Kunterbunt zu verwandeln – mit einer Astrid-Lindgren-Ausstellung und Info Shows, die Schulklassen besuchen können.

  Stark sein, ohne die Fäuste zu gebrauchen

EISENBERG: Rotary Club fördert Projekt
„Faustlos" nennt sich ein Programm, mit dessen Hilfe aggressive Kinder in Kindergärten und Grundschulen, ihre Wut kontrollieren und soziale Kompetenz erlernen sollen. Am Montag findet für 16 Erzieherinnen aus den Kindergärten St. Elisabeth in Eisenberg und Louhans in Kirchheimbolanden eine Fortbildung statt. Die Kosten von mehr als 2000 Euro übernimmt der Rotary Club Kirchheimbolanden.
„Faustlos" ist die deutsche Version des amerikanischen Programms Second Step, das zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Das Curriculum vermittelt mit 51 beziehungsweise 28 Lektionen Kompetenzen in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Unterrichtet werden die Lektionen von Lehrern beziehungsweise Erziehern, die vorab an einer entsprechenden Fortbildung durch das Heidelberger Präventionszentrum (HPZ) teilnehmen.
Zwar gehörten spielerische Raufereien zum Alltag von Kindern, doch weise die Kriminalstatistik darauf hin, dass die Kinder- und Jugendkriminalität in den letzten 15 Jahren zugenommen habe, meinen die Macher von „Faustlos". Besonders besorgniserregend sei, dass die Täter immer jünger würden und häufiger zu Mitteln der Gewalt griffen. Zirka zwei Prozent der Kinder an Kindergärten und Schulen seien aufgrund ihres impulsiven und aggressiven Verhaltens gefährdet und für die Lehrkräfte und Erzieherinnen zur Belastung geworden. Präventionskonzepte seien sowohl langfristig erfolgreicher als auch deutlich kostengünstiger als Interventionsmaßnahmen, glaubt man beim HPZ. Diese vorbeugenden Maßnahmen sollten vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie müssten zum einen möglichst früh in der Entwicklung von Kindern ansetzen und zum anderen über die Entwicklungszeit der Kinder hinweg kontinuierlich eingesetzt werden. „Faustlos" schließe damit eine Lücke und wolle Kinder stark machen, ohne dass sie ihre Fäuste gebrauchen müssen. (red)

  Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt

Prävention und Information über Essstörungen und deren Folgen ist bereits bei Kindern wichtig.

  Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt (2)

Jedes zehnte magersüchtige Mädchen stirbt.

  Faustlos-Lehrer tauschen Erfahrungen aus

Vertreter aus 25 unterfränkischen Schulen tagen sich in Hammelburg

Lkr. Bad Kissingen (ERPE). Elf schulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Bad Kissingen haben in den vergangenen beiden Jahren mit einer Patenschaft der LBS das international anerkannte Gewaltpräventionsprogramm Faustlos eingeführt. Diese Woche trafen sie sich auf Einladung von LBS und Sparkasse Kollegen aus anderen Grund- und Förderschulen Unterfrankens zum unterfränkischen Erfahrungsaustausch in der Saaletalschule in Hammelburg.
2004 und 2005 hatte die LBS Bayern anlässlich ihres 75-järigen Bestehens Patenschaften für über 1000 Kindergärten und Schulen übernommen und sie mit dem Gewaltpräventionsprogramm ausgestattet. Auch elf Schulen aus dem Raum Bad Kissingen und 66 weitere aus Unterfranken machen mit. Mittlerweile setzt der Großteil der Schulen in Unterfranken das Gewaltpräventionsprogramm im Unterricht ein und hat erste Erkenntnisse gesammelt, zum Teil schon die ersten positiven Ergebnisse erzielt.
Der Einsatz der Pädagogen ist von entscheidender Bedeutung für das Gelingen und die dauerhafte Wirkung des Programms, heißt es in einer Pressemitteilung. Um diesen zu helfen, bietet die LBS nun den Faustlos- Schulen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch an. „Wie wir von Schulleitern und Lehrkräften wissen, gibt es viele gute Ideen für den Unterrichtsablauf und erfolgreiche Lehrmethoden, die auch in anderen Schulen umgesetzt werden können. Anfangsschwierigkeiten können durch Tipps der Kollegen überwunden werden“, so Hendrik Fischer, LBS- Marktbereichsdirektor für Unterfranken beim treffen in der Saaletalschule im Hammelburg.
Teilgenommen haben 37 Lehrkräfte aus 25 unterfränkischen Schulen. Geleitet wurde die Runde von Dr. Andreas Schick, einem der beiden Entwickler des deutschen Programms und Geschäftsführer des Heidelberger Präventionszentrums (HPZ). Auf die rege Beteiligung ist Sparkassen- Vorstand Roland Friedrich stolz: „Wichtig ist, dass möglichst viele Schulen mitmachen- dann ist eine breitere Wirkung auf den Schulalltag und auf das Leben der Kinder außerhalb des Schulhofs zu erwarten. Dafür ist Bad Kissingen und Unterfranken bestens gerüstet.“
Dass der Umgangston im Klassenzimmer rauer geworden, dass Mobbing viele Facetten habe und schon bei Grundschülern ein Phänomen sei, sei nicht neu, sagte Organisatorin Irmgard Van de Weyer vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst. Um zu erkennen, dass sich solche Konflikte auch auf das Lernverhalten auswirken, müsse man kein Pädagoge sein.

Im Blickpunkt:
Die beiden Programme- für Kindergarten und Grundschule- sollen impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre soziale Kompetenz erhöhen. Eine „Faustlos“- Patenschaft beinhaltet die Fortbildung von zwei Pädagogen durch das Heidelberger Präventionszentrum und das Arbeitsmaterial in den „Faustlos“- Koffern. Diese gingen an folgende Schulen: Sonderpädagogisches Förderzentrum Saaletalschule Bad Kissingen mit der Außenstelle Hammelburg, Anton- Kliegl- Grundschule (Bad Kissingen), Einhard- Volksschule (Euerdorf), Johannes- Petri- Volksschule Elfershausen- Langendorf, Henneberg- Volksschule (Garitz) sowie die Volksschulen Bad Brückenau, Münnerstadt- Großwenkheim, Bad Bocklet und Oerlenbach. Infos im Internet unter www.faustlos.de.

  Projekt zur Gewaltprävention greift

Pädagogen aus dem Oberallgäu tauschen Erfahrungen zu „Faustlos“-Programm aus

Von Sylvia Neuner

Kempten- 18 Schulen und neuen Kindergärten im Geschäftsgebiet der Sparkasse Allgäu haben in den vergangenen zwei Jahren mit einer Patenschaft der LBS das Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ eingeführt. Durch dieses Projekt lernen die Kinder einen anderen Weg zur Konfliktlösung und trainieren den gewaltfreien Umgang mit Problemen. Bei einem Treffen mit Faustlos- Entwickler Axel Dewald berichteten die Lehrer der verschiedenen Schulen aus Kempten und dem Oberallgäu, die sich an dem Programm beteiligten, über den Erfolg des Präventionsprojekts.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der LBS Bayern hatte die Sparkassentochter insgesamt für über 1000 Kindergärten und Schulen bayernweit eine Faustlos-Patenschaft übernommen. Handgreiflichkeiten schon bei Kleinigkeiten gehören an den Schulen leider zum täglichen Erscheinungsbild und das nicht nur in Großstädten. Lehrer und Pädagogen aber auch Mitschüler sehen sich oft hilflos der Aggressivität mancher Schüler ausgesetzt. Hier greift das Präventivprogramm „Faustlos“.
Bereits in den ersten Wochen und Monaten nach Einführung des Programms könne man laut Axel Dewald an den Schulen schon häufig ein verändertes Sozialverhalten feststellen. Die Kinder hätten sehr viel Spaß an den Rollenspielen und würden eifrig mitmachen, erklärt der Faustlos-Entwickler. „Wenn sie ihre neuen Fähigkeiten anwenden, sind sie dann meist sehr stolz, Konflikte besser und auch eigenständig lösen zu können.“
Faustlos, so das Resümee der Pädagogen, fördert die soziale Kompetenz der Kinder und gibt konkrete Hilfe zur Lösung von Problemen und wird von den Schülern gut angenommen. Zudem zeichnet sich ein weiterer positiver Nebeneffekt ab, wie die Lehrkräfte vergangene Woche berichteten. Durch die Gesprächskreise und Redemuster werde die Sprachkompetenz der Kinder unterstützt, was sich wiederum positiv auf die schulischen Leistungen auswirke. Allerdings, so die Lehrer der verschiedenen Schulen, fehle es leider oft an der Zeit, sich mit den Inhalten von Faustlos zu beschäftigen und die einzelnen Lektionen mit den Kindern durchzuarbeiten. In der Regel ist eine Wochenstunde vorgesehen, „viel zu wenig“, wie die anwesenden Pädagogen einstimmig feststellten. Zusätzliche Aufgaben, die von den Lehrern übernommen werden müssen und überfrachtete Lehrpläne lassen kaum genügend zeit übrig.
Gleichzeitig ist es dabei aber wichtig, so Axel Dewald, der das Konzept mit anderen Wissenschaftlern entwickelt hat, dass nicht nur einzelne Klassen einer Schule sondern alle Schüler und Klassen an dem Konzept teilnehmen. Das bringt die besten und langfristigsten Ergebnisse. Dafür lieber die Lerninhalte den Kindern in vereinfachter Form und langsamer vermitteln, schlug Dewald vor, um die Nachhaltigkeit des Konzepts zu sichern.

  Swantje Hartmann schenkt Delmenhorst viel Gewaltprävention

Bürgermeisterin gewinnt ersten Preis bei Wettbewerb des Mobilfunkanbieters O2/ 9000 Euro Spende für Faustlos- Projekt

Von unserem Redakteur Timo Cyriacks

Delmenhorst. Delmenhorst steht auf Platz 1. Als erste und bislang einzige Stadt in Niedersachsen wird es hier eine flächendeckende Gewaltprävention geben. „In allen interessierten Delmenhorster Kindergärten und Grundschulen kann das Faustlos- Projekt jetzt umgesetzt werden“, sagte Angelika van Ohlen, Geschäftsführerin des Kriminalpräventiven Rates (KPR) gestern vor großer Runde in der Polizeiinspektion. Eine Gabe über 9000 Euro macht es möglich.
Der sichere Ort war gewählt worden, um den kostbaren Scheck in Empfang zu nehmen. Swantja Hartmann, dieses Mal nicht als Bürgermeisterin, sondern für das Mobilfunkunternehmen O2 als Mitarbeiterin des Bremer Call- Centers und als Betriebsratvorsitzende der Region Nordwest im Einsatz, überreichte die Spende über 9000 Euro. Das ist ihr Preisgeld für den ersten Platz bei einem europaweit ausgeschriebenen O2- Wettbewerb. Zum ersten Mal ist der Preis damit nach Deutschland gegangen.
Ihr Einsatz für ein gewaltfreies Umfeld für Jugendliche und ihr Engagement gegen das geplante Neonazi- Schulungszentrum haben die internationale Jury dazu bewogen, der 33-jährigen Delmenhorsterin in der Kategorie „Making a Difference- Fit for Life“ den „O2 Community Award“ zu verleihen. Vor knapp zwei Wochen nahm Swantje Hartmann ihre Acrylglas- Trophäe in London aus den Händen von O2- Chef Peter Erskine in Empfang. Auch Angelika van Ohlen und Fachbereichsleiter Rudolf Mattern waren in England dabei: „Als lebender Beweis, dass es den KPR und das Projakt Faustlos auch wirklich gibt“, merkte Angelika van Ohlen scherzhaft an.
Es gibt „Faustlos“ in Delmenhorst bisher an zwölf Kindergärten und Kindertagesstätten sowie an sieben Grundschulen. Dank der 9000 Euro wird nun aufgestockt. Das bedeutet Schulungen für noch mehr Erzieherinnen und Lehrer, weitere sechs Kindergärten und Schulen im Programm, „insgesamt 1800 Kindergartenkinder und 2500 Schüler, die wir mit Faustlos erreichen“, rechnete Angelika van Ohlen schnell durch.
„Wir waren skeptisch, ob Faustlos funktioniert“, blickte Bernd Biermann, Leiter der Kindertagesstätte Ströhen, auf die Anfänge der gelehrten Gewaltprävention zurück. Heute kann er sagen, dass die Kinder die Stimmung anderer Kinder besser wahrnehmen und ihre eigenen Gefühle, wenn erforderlich, unter Kontrolle haben. „Der Umgang miteinander ist spürbar besser geworden“, bilanzierte Bernd Biermann.
Das Faustlos- Projekt, das vom Heidelberger Präventionszentrum entworfen wurde, zielt darauf ab, Probleme ruhig und bedächtig zu lösen, auf Konflikte nicht mit Gewalt zu reagieren. In 28 altersgerechten Lektionen werden den Kindern mit der Schnecke „ruhiger Schneck“ und dem wilden Hund „Willi“ faustlose Alternativen gezeigt.
Früher, erklärte Perwin Heidtke, Erzieherin in der Kita Ströhen, habe ein Junge immer lauthals geschrieen, wenn er sein Spielzeug verlegt hatte. Nach Faustlos nicht mehr. „Ich habe ein Problem“, sagt er nun. Die anderen kamen angelaufen. „Was hast du für ein Problem? Wie können wir das lösen?“, fragten sie. Die anschließende Suche blieb zwar erfolglos, aber alle Kinder hatten es gemeinsam versucht.
Dieser Weg soll in der Jugendarbeit weiter gegangen werden, sagte Rudolf Mattern. Faustlos sei erst der Anfang. Und die 9000 Euro „das Startkapital“, sagte er.

  Mit dem "Faustlos"-Koffer gegen Gewalt

Pädagogen trafen sich zum Meinungsaustausch in der Saaletal- Schule in Hammelburg

Hammelburg. Der Ton in Kindergärten und Schulen soll rauer geworden sein. Mobbing macht auch vor diesen Einrichtungen nicht Halt und oftmals sind die Erzieher und Lehrer mit dem Gewaltproblem der ihnen anvertrauten Kinder überfordert. Seit 2004 kommt für sie die Hilfe aus dem Koffer.

„Faustlos“ heißt ein im Koffer geliefertes Gewalt- Präventivprogramms für Vorschulkinder und Grundschüler, das bereits seit zwei Jahren mit großem Erfolg in Unterfranken praktiziert wird. Durch frühzeitig erworbene soziale Kompetenz und geeignetes Sozialverhalten sollen die Kinder gewaltfrei miteinander umgehen lernen. Am Montag trafen sich auf Einladung von Irmgard Van de Weyer (Mobiler Sonderpädagogischer Dienst) 37 Lehrer und Erzieher aus 25 beteiligten Einrichtungen zwecks Erfahrungsaustausch in der Hammelburger Außenstelle der Saaletalschule.
Für die Nachhaltigkeit des Projekts sei es recht nützlich, die erarbeiteten Ergebnissen allen Schülern deutlich sichtbar auf Plakatwänden zu präsentieren, berichtete eine Lehrerin. Das präge sich dann noch besser ein. Mehr Selbständigkeit beobachtete eine Lehrerin unter ihren Schülern, seit sie mit diesen das Programm „Faustlos“ durchgearbeitet hatte. „Ich habe jetzt auch mehr Zeit für mich“, stellte sie verblüfft fest. Denn ihre Schüler würden die Probleme nun untereinander diskutieren und nicht in allen Fällen die Schlichtung durch die Lehrerin benötigen.
„Die Kinder kommen einfach besser miteinander aus“, bestätigte eine Erzieherin den erfolgreichen Einsatz des Faustlos- Programms. Sogar einen gewissen Schneeballeffekt habe sie bei den Kids beobachtet. Sogar die Lehrer hätten davon profitiert, hörte man aus den Reihen der Pädagogen. Denn als ein gestresster Kollege ins Klassenzimmer gekommen sei, habe ein Schüler diesen mit ein paar beschwichtigten Worten von seinem Zornesausbruch herunter holen können.
Diskutiert wurde auch, wann der optimale Einsatz für das Faustlos- Programm für die Kinder zu empfehlen sei. Die Meinungen reichten von der Ansicht, dass der kognitive Ansatz für manche Förderschüler zu schwierig sei, bis hin zu der Erkenntnis, dass schon im Kindergarten erste Präventionsmaßnahmen gegen aufkeimende Gewalt angebracht seien. Anfragen der Kinder „Wann machen wir denn wieder mal Faustlos?“ seien ein ermutigendes Signal, berichtete ein Pädagoge. Eine Lehrerin hingegen bestätigte, dass einige Schüler das Faustlos- Programm regelrecht blockierten. „Es ist ein Programm und keine Therapie“, deutete Van de Weyer an, dass echte Problemfälle an anderer Stelle gelöst werden müssten. Faustlos könne aber als ausgezeichnetes Diagnoseinstrument dienen, bestätigte Van de Weyer.
In den Jahren 2004 und 2005 habe die Landesbausparkasse (LBS) Bayern solche Patenschaften für über 1000 Kindergärten und Schulen übernommen, bestätigte Hendrik Fischer, LBS- Marktleiter Unterfranken. Stolz auf das rege Engagement der unterfränkischen Schulen war Sparkassen- Vorstand Roland Friedrich.

  Der Wilde Willi und die Ruhige Schneck kommen bald zu allen

Mobilfunkkonzern übergibt Spende über 9000 Euro für neue „Faustlos“- Projekte

O2 fördert gesellschaftliches Engagement seiner Mitarbeiter ausdrücklich. Diesmal gehört Swantje Hartmann als Betriebsratvorsitzende der Deutschland- Sparte zu den Preisträgern.

Von Thomas Breuer

Delmenhorst. Der wilde Willi und die ruhige Schnecke sind zwei plüschige Charaktere, die im sogenannten „Faustlos“- Koffer aus Holz wohnen, den das Heidelberger Präventionszentrum entwickelt hat. In zwölf von 20 Delmenhorster Kindergärten sowie sieben von 16 Grundschulen sind sie schon gute Bekannte beim pädagogisch angelegten Vermitteln der Tatsache, dass sich Alltagskonflikte am besten ohne Fäuste lösen lassen.
Künftig könnten alle Kindergärten und Grundschulen „Faustlos“- Arbeit leisten und damit einen in Niedersachsen beispielhaften Weg gehen- das Geld dafür ist seit gestern vorhanden. Vertreter des Mobilfunkkonzerns O2 überreichten einen Scheck über 9000 Euro an Bürgermeisterin Swantje Hartmann, die ihn an Polizeidirektor Gerd Schütte weitergab, seines Zeichens Vorsitzender des Vereins zur Frühförderung der Kriminalprävention in Delmenhorst. „Damit können wir eine ganze Menge machen“, sagte Schütte. „Wir können weiter Erzieherinnen und Erzieher für das Projekt ausbilden und neue Koffer kaufen.“
Delmenhorsts ehrenamtliche Bürgermeisterin Swantje Hartmann ist hauptberuflich Betriebsratvorsitzende der Deutschland-Sparte von O2. Das Unternehmen ruft jährlich hausintern zu Bewerbungen für die „Community Awards“ auf, um ausdrücklich das gesellschaftliche Engagement seiner Beschäftigten zu würdigen und zu fördern. Unter europaweit fünf Finalisten in der Kategorie „Fit for Life“ wählte eine Jury Hartmann aus. Sie selbst erhält eine gläserne Trophäe, das Geld wird umgehend weitergereicht.
„Faustlos“ gibt Pädagogen Material an die Hand, das es ermöglicht, Kindern einen besseren Umgang mit ihren Emotionen wie Wut und Trauer zu vermitteln. Daraus leiten sich oft bessere schulische Gesamtleistungen ab.

  Prävention jetzt flächendeckend

Spende. Delmenhorst belegt mit dem „Faustlos“- Programm einen Spitzenplatz

Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Die kleinen Kinder nehmen das Programm schnell an.


Von Wolfgang Loest

Delmenhorst. –„Heute gibt es nur Gewinner“, freute sich Polizeidirektor Gerd Schütte, als er gestern als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kriminalprävention in Delmenhorst einen symbolischen Scheck über 9000 Euro entgegennahm. Mit diesem Betrag ist eine Auszeichnung dotiert, mit dem das Mobilfunkunternehmen O2 – wie berichtet- einmal im Jahr das gesellschaftliche Engagement seiner Mitarbeiter würdigt.
Swantje Hartmann, die in der Bremer Niederlassung arbeitet, erhielt den international ausgelobten Unternehmenspreis vor wenigen Tagen in London überreicht, weil sie sich als ehrenamtliche Bürgermeisterin seit Jahren gezielt für Jugendliche einsetzt, die in einem gewaltfreien Umfeld aufwachsen sollen.
Die Spende wird für den nahezu flächendeckenden Einsatz des Gewaltpräventionsprogramms „Faustlos“ in Kindergärten und Grundschulen genutzt. „Neben Swantje Hartmann gewinnt damit das Programm- und natürlich die Kinder, die daran teilnehmen“, sagte Schütte.
Im nächsten Jahr werden fast alle 2000 Kindergarten- Besucher sowie rund 2500 der insgesamt 3250 Grundschüler in das „Faustlos“- Programm einbezogen. Damit liegt Delmenhorst zumindest in Niedersachsen bei der systematischen Gewaltprävention im Kindesalter mit abstand auf dem Spitzenplatz.
Das in Heidelberg entwickelte Programm zielt darauf ab, durch Stärkung der sozialen und emotionalen Kompetenz die Persönlichkeitsentwicklung so früh wie möglich zu fördern. „Wir waren zu Anfang skeptisch, ob das funktioniert“, räumte gestern Bernd Biermann ein, Leiter der Kindertagesstätte Ströhen, die das Programm seit mehreren Jahren durchführt. Es habe sich aber gezeigt, dass der zusätzliche Zeitaufwand für Betreuer vergleichsweise gering ist und sich relativ schnell Erfolge einstellen. So nehmen Kinder jetzt die Emotionen anderer Kinder nicht nur viel stärker wahr, sondern können sie auch benennen. „Bei uns ist längst nicht alles eitel Sonnenschein, aber Werte wie Respekt spielen mittlerweile eine bedeutendere Rolle“, resümierte Biermann.
Der Leiter des Fachbereichs für Jugend, Rudolf Mattern, betonte, die exzellente Präventionsarbeit müsse mit älteren Kindern fortgesetzt werden. Dafür sollte im Haushalt mehr Geld zur Verfügung gestellt werden.

  „PriMa" Prävention – Psychologisches Programm zur Vorbeugung von Ess-Störungen zeigt Erfolge

„PriMa" Prävention – Psychologisches Programm zur Vorbeugung von Ess-Störungen zeigt Erfolge.

  Gewalt vermeiden - Projekt Faustlos

Landkreis Bad Kissingen (IWI). Was ist aus dem Gewaltpräventionsprojekt Faustlos geworden? Um diese Frage geht es am kommenden Montag, 23. Oktober, von 14 bis 16 Uhr in der Saaletal- Schule in Hammelburg. Referent ist Dr. Andreas Schick vom Heidelberger Präventionszentrum. Um über das Trainingsprogramm Faustlos zu reflektieren, das zur Stärkung der sozialen Kompetenz und zur Prävention von Gewalt auch an etwa 100 Grund- und Förderschulen Unterfrankens eingeführt ist, treffen sich dabei etwa 35 Lehrer aus der Region.
Zu dieser Veranstaltung sind Lehrer, die schon Erfahrung mit dem Programm machen konnten, unter der Leitung von Sonderschullehrerin Van de Weyer an die Saaletal- Schule nach Hammelburg eingeladen. Dr. Andreas Schick aus Heidelberg, der an der Entwicklung des Konzepts maßgeblich beteiligt war, wird den Erfahrungsaustausch moderieren und Anregungen für die Praxis einbringen.

  "Du darfst wütend sein"

Fortbildung Heidelberger Präventionszentrum

Schwarmstedt (zi). Am vergangenen Wochenende drückten 33 Erzieherinnen der Samtgemeinde in einer bisher einmaligen Fortbildungsaktion noch einmal die Schulbank. „Faustlos“ heißt das Programm des Heidelberger Präventionszentrums und richtet sich an Kindergarten- und Grundschulkinder.

„Wir wollen vorbeugen bevor Kinder gewalttätig werden. Mit unserem Programm sollen sie sozial-emotionale Kompetenz lernen, die in der heutigen Zeit oft fehlt“, erklärt Ulrike Halbroth, eine der Kursleiterinnen. Schon länger hatten die Erzieherinnen der Samtgemeinde an dieser Fortbildung Interesse, aber bei über 6000 Einrichtungen, die die Fortbildung schon gebucht haben, war es gar nicht so einfach einen Termin zu finden.
„Du darfst wütend sein, aber nicht zuhauen“, überschreibt Ulrike Halbroth den ersten Ansatz, um auf wütende Kinder zuzugehen. Sie sollen nicht „weichgespült“ werden, sondern sich ihre Gefühle bewusst machen, sie spüren und dann Wege gezeigt bekommen, wie man mit ihnen umgehen kann. Viele Kinder hätten in der heutigen Zeit gar kein Körpergefühl mehr und soziale Kompetenz bekommen sie oft in den Familien auch nicht mehr vorgelebt. „Studien haben gezeigt, dass Kinder, die unser Programm durchlaufen haben, mit ihren Aggressionen umgehen und Gewaltsituationen lösen können“, betonte Halbroth. Und sie machte klar, dass Aggression nichts Negatives sein muss, aus der Aggression entstehe nämlich auch Motivation und diese zu nutzen ist das eigentliche Ziel. Je nach Altersstufe arbeitet das Programm mit Bildern, Handpuppen, Fotofolien und Rollenspielen. Alltagssituationen werden nachempfunden, Beruhigungs- und Entspannungsübungen entwickelt.
Finanziert wurde die Veranstaltung aus dem Kita- Fortbildungsfond, und der Präventionsrat hat ebenfalls etwas Geld zur Verfügung gestellt.

  Die Kinder reden anstatt zu prügeln

„Faustlos“ bietet Handlungsalternativen

Bramsche. Bald soll das Programm „Prävention als Chance“ (Pac) in Bramsche und der Samtgemeinde Bersenbrück erste Früchte tragen. Grundschullehrer und Erzieherinnen in den Kindergärten erhielten im Bersenbrücker Rathaus eine Einweisung im Anti- Gewalt- Programm „Faustlos“.
Mithilfe von Materialkoffern, in denen auch zwei Handpuppen zu finden sind, sollen die in Bersenbrück ausgebildeten Trainer ihre Kollegen anlernen. Auf diese Weise werden in den Kindergärten und den Grundschulen dauerhaft Trainingsprogramme für ein gewaltfreies Miteinander installiert. Dies entspricht dem Ziel des PaC- Projekts, für das Bramsche und Bersenbrück gemeinsam Modellregion sind.
Forschungsergebnisse zeigen, dass Auseinandersetzungen und Gewaltbereitschaft an schärfe zunehmen. Nachhaltige Gewaltprävention heißt darum, „je früher, desto besser“ und erfordert ein Programm, das die Kinder, Erzieher, Eltern und Lehrer wie ein roter Faden vom Kindergarten bis zum Verlassen der Schule begleitet.
„Faustlos“ wurde in den USA entwickelt. Es soll Kindern auf spielerischem Umweg über die Handpuppen möglich machen, sich in andere hineinzudenken. Ihre Ausdrucksmöglichkeiten steigen. Streit lässt sich gewaltfrei über Gespräche lösen. Finanziert haben Koffer und Kurs die Kreissparkasse Bersenbrück und die Kriminalprävention des Landkreises Osnabrück, deren Geschäftsführerin Susanne von Garrel die Einweisung begleitete.
„Faustlos ist mehr als Gewaltprävention“, erklärt Helga Gutzke. Die Leiterin der Fortbildung beschreibt die Erfolge des Programms folgendermaßen: „Die Kinder lernen, Gefühle besser zu erkennen, sie verfügen über mehr Lösungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen, ihre sprachlichen Ausdrucksformen wachsen, und sie entwickeln eine innere Stärke, die Gewaltbereitschaft verringert.“
Neben Fotokartons, einem Handbuch und einem Anweisungsheft enthält der „Faustlos“- Koffer zwei Handpuppen. Der Hund „Wilder Willi“ und die Schnecke „Ruhiger Schneck“ verkörpern Identifikationsfiguren. Die Kinder finden sich in den Handpuppen wieder und können rasch erkennen, dass der „wilde Willi“ oft nervt, die „ruhige Schneck“ dagegen eher wohltuend wirkt.
Zur Einstimmung auf das Programm beschäftigen sich die Kinder im Kindergarten mit verschiedenen Fragen. Wie fühlt es sich an, eine Faust ganz fest zu ballen, sie anschließend zu lösen und die Hände zu öffnen? Was kann ich anderen Menschen mit meinen offenen Händen geben?
Das Gelernte soll in den Alltag hineinwachsen, und darum werden auch die Eltern regelmäßig über die Lektionsinhalte informiert. Die Elternbriefe enthalten aber auch Hinweise für zusätzliche Übungen im Elternhaus.
In der Grundschule werden Themen und Inhalte aufgebaut und weiterentwickelt, die die Kinder bereits aus dem Kindergarten kennen. „Faustlos“ ist inzwischen bundesweit- und auch in Österreich und der Schweiz- an vielen Grundschulen und Kindergärten fester Bestandteil des Lern- und Lebensumfeldes von Kindern und Erwachsenen.
„Die Kinder sind natürlich trotzdem noch keine Engel. Ärger gibt es immer noch. Aber sie sprechen und überlegen, anstatt zu prügeln. Und das ist ein überwältigender Erfolg“, lautet das Fazit einer „Faustlos“- Lehrerin.

  "Faustlos" kommt gut an, aber Lehrern fehlt die Zeit

Pädagogen berichten über ihre Erfahrungen mit Projekt

Kempten/Oberallgäu (kk). „Einer meiner Freunde war früher viel gemeiner. Dank „Faustlos“ ist er jetzt mein Freund.“ „Mir gefällt an Faustlos, dass ich nicht schlagen muss und dass die anderen mich nicht schlagen müssen.“ Diese Stimmen stammen aus Schülerbriefen, die beim „Faustlos“- Treffen in der Sparkasse im Weidlehaus vorgelesen wurden. 19 Lehrer tauschten dabei mit „Fausltos“- Entwickler Axel Dewald ihre Erfahrungen aus. Obwohl das Präventions-Programm gegen Gewalt bei ihren Schülern gut ankommt, gibt es für die Pädagogen eine Schwierigkeit: Es fehlt einfach die Zeit, um den zusätzlichen Lernstoff im Stundenplan unterzubringen.

„Meine Schüler sind zwar von „Faustlos“ begeistert, aber wann soll ich das denn bei nur 30 Wochenstunden noch unterrichten“, klagte Gritta Roth, Lehrerin an der Grundschule Sonthofen-Mitte, über „zu umfangreiche Lerninhalte“. Lehrer hätten heutzutage einfach zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit, um alle Aufgaben bewältigen zu können.
Wolfgang Schickinger, Rektor der Grundschule in Immenstadt-Stein, blies ins selbe Horn: „Die Eltern erwarten, dass wir ihre Kinder fördern- die eine Wochenstunde ist dafür aber zu wenig.“
„Versuchen Sie, es den Kindern so leicht wie möglich zu machen“, schlug „Faustlos“- Entwickler Axel Dewald vor. Soll heißen: Je einfacher der Lerninhalt vermittelt wird, desto leichter verstehen ihn die Schüler. Ziel sei es, die Botschaft von „Faustlos“ rüberzubringen: Nämlich, dem Hitzkopf in der Nachbarbank mit ruhigen Worten statt mit Fäusten zu antworten.
Um das „Fausltos“- Konzept besser in den Unterricht zu integrieren, soll eine Schule einen langfristigen Plan aufstellen. Dewald: „Wenn nur einzelne Lehrer das Programm anwenden, bringt es nicht viel. Das muss die ganze Schule machen.“
Ansonsten sind die „Fauslos“- Lehrer mit dem Programm zufrieden: „Ich hatte anfangs manche Kinder, die von zuhause aus keine Verhaltensregeln mitbekommen haben“, erzählte Marga Huber-Pöschko von der Grundschule Sonthofen-Mitte. Durch „Faustlos“ würden sie nun wissen, wie man sich richtig benimmt.

Konzept soll ausgeweitet werden

Auch Regine Willinsky, Lehrerin an der Volksschule auf dem Lindenberg in Kempten findet die Arbeit mit dem Programm gut: „Meine Schüler erkennen, wie sich andere in gewissen Situationen fühlen. Dadurch zeigen sie mehr Verständnis.“ In den ersten Klassen mache es sich zunehmend bemerkbar, dass bereits mehrere Kindergärten in der Stadt an „Faustlos“ teilnehmen.
Das Konzept für Kindergärten und Grundschulen soll laut Entwickler Dewald übrigens bald auf die Klassen fünf bis neun ausgeweitet werden- und zwar „unabhängig vom Schultyp“.


Wortweiser: Faustlos- Projekt

Für das „Faustlos“- Projekt wurde das amerikanische Gewaltpräventionsprogramm „Second Step“ von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg, unter anderem von Axel Dewald, auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten. Grundschul- und Kindergartenkinder sollen in Rollenspielen, in Gesprächen und mit Bildergeschichten ihr Einfühlungsvermögen verbessern, Techniken zur Konfliktlösung lernen und leichter mit Ärger und Wut umgehen können. In Kempten und dem Oberallgäu haben in den vergangenen zwei Jahren 18 Schulen und neun Kindergärten mit einer Patenschaft der LBS „Faustlos“ eingeführt.

  Erzieherinnen der Samtgemeinde Schwarmstedt nahmen an Präventionsschulung teil

Gewaltfreies Miteinander früh lernen

Schwarmstedt. Spielerische Raufereien gehören zum Alltag von Kindern, das war früher so und ist auch in heutiger Zeit etwas Normales und an sich nicht besorgniserregend.
Dennoch ist festzustellen, dass Kinder und Jugendliche zunehmend bereit sind, zu Mitteln der Gewalt zu greifen. In Kindergärten und Grundschulen sind etwa zwei Prozent der Kinder aufgrund ihres impulsiven und aggressiven Verhaltens gefährdet und für Erzieherinnen und Lehrkräfte zum Problem geworden. Lösungsansätze im Sinne von Prävention sind deshalb schon im Kindes- und Vorschulalter gefragt, um späteren, kostenintensiven Interventionen vorzubeugen.
Es gilt, Kinder stark zu machen, ohne dass sie ihre Fäuste oder andere Mittel der Gewalt gebrauchen müssen. Diesem Lösungsansatz trägt das Programm „Faustlos“ Rechnung, das für Kinder in Kindergärten und Grundschulen erarbeitet wurde. Dieses aus den USA stammende Konzept („Second Stepp“) ist seit langem sehr erfolgreicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit in vielen Gebieten in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Es ist wissenschaftlich anerkannt und hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. Das präventions- und erziehungsbegleitende Programm soll die soziale Fähigkeit der Kinder im Vorschulalter stärken, gleichzeitig helfen, impulsives und aggressives Verhalten abzubauen und Kinder in die Lage versetzen, auch ohne Gewalt Konfliktsituationen zu begegnen. Inhalt des aus 28 Lektionen bestehenden Präventionsprogramms ist die Entwicklung der Impulskontrolle, der Umgang mit Ärger und Wut sowie die pädagogische Stärkung der Empathie, also der Fähigkeit, sich in andere Personen (Kinder) hinein zu versetzen. Um diese Lernmethode auch in Kindergärten der Samtgemeinde Schwarmstedt anwenden zu können, war es erforderlich, dass sich alle in diesem Bereich tätigen Fachkräfte umfassend informieren und von Fachkräften des Heidelberger Präventionszentrums ausbilden ließen.
Diese vom Präventionsrat der Samtgemeinde geförderte Schulung fand kürzlich im Kindergarten Schwarmstedt statt. 33 Mitarbeiterinnen aller Kindergärten der Samtgemeinde nahmen an der Unterweisung teil, erhielten zudem Unterlagen und einen Arbeitskoffer, mit deren Hilfe sie zukünftig garantieren können, dieses erziehungsbegleitende Modell fachgerecht, spielerisch und regelmäßig in die erzieherische Betreuung der ihnen anvertrauten Kinder im Vorschulalter einzubeziehen.

  "Faustlos" setzt auf Vorbeugung statt auf Reparatur

BAD SAULGAU- Das Thema Gewalt und Aggression bei Kindern und Jugendlichen rückt verstärkt ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dr. Andreas Schick vom Heidelberger Präventionszentrum hat Mitarbeiterinnen von Bad Saulgauer Kindergärten erläutert, wie Gewaltprävention mit Hilfe des „Faustlos- Programms“ umgesetzt werden kann.

„Man baut einen Brunnen nicht erst dann, wenn ein Haus brennt“, sagte der Referent zu Beginn der Fortbildungsveranstaltung in den Räumen des Kindergartens St. Franziskus. „Faustlos“ setze auf Vorbeugung statt Reparatur, wobei die Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen im Vordergrund stünden. Der Diplom- Psychologe und Paar- und Familientherapeut war an der Entwicklung des Präventionsprogramms „Faustlos“ maßgeblich beteiligt. Jeder Bad Saulgauer Kindergarten erhält einen prall gefüllten Präventionskoffer an die Hand. „Ein Fundus toller Ideen“, so Dr. Schick. Neben zahlreichen Lernmaterialien, speziell für die Arbeit im Kindergarten mit viel Bildmaterial bestückt und übersichtlich in 28 Lektionen gegliedert, finden sich hier die beiden „Hauptakteure“, nämlich der „wilde Willi“ und der „ruhige Schneck“. Im Rahmen von Rollenspielen, Gesprächen und beim Analysieren von Bildmaterial lassen sich mit Unterstützung dieser beiden Handpuppen viele Übungen anschaulich in die Praxis integrieren.
Die Konzeption dieses Gewaltpräventions- Programms basiert auf dem sehr erfolgreichen amerikanischen Programm „Second Step“. Amerikanische Studien belegen eindeutig einen Rückgang verbaler und körperlicher Aggression bei Kindern und Jugendlichen. „Dass es neben aggressivem Verhalten noch viele weitere Optionen gibt, ist für viele Kinder eine ganz neue Erfahrung“, so Dr. Schick.
Zunächst die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu erkennen, sich in andere hineinzufühlen, ist ein zentraler Baustein von „Faustlos“. Schritt für Schritt lernen die Kinder den konstruktiven Umgang mit Konfliktsituationen. „Ärger und Wut sind ganz normale und wichtige Reaktionen“, sagte der Referent, „sie werden erst zum Problem, wenn sie zu körperlicher und verbaler Gewalt führen.“
Nachdem der Kindergarten- Ausschuss in Bad Saulgau bei einer Sitzung im Frühjahr von „Faustlos“ spontan begeistert war, wurde die Einführung dieses Präventions- Programms an allen Bad Saulgauer Kindergärten beschlossen, Bundesweit gehört dieses Projekt in zahlreichen Kindergärten und Grundschulen zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit. „Es geht darum, dem anderen gegenüber Respekt zu zeigen“, so Dr. Schick, „es ist im Grunde nichts anderes als Friedenserziehung.“

(Anita Metzler- Mikuteit)


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