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Die Presse über die HPZ-Programme


Ohne Titel


Schüler können besser mit Konflikten umgehen


Grundschüler auf der Suche nach Gefühlen


Gefühlstraining für Rabauken


"Faustlos" gegen die Gewalt. Ministerin Stewens stellt ein Programm vor, das das Sozialverhalten von Schülern verbessern soll

Im Einzelnen:

  Ohne Titel

Die Qualität und Schärfe von Gewalttätigkeiten an Schulen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Gleichzeitig ist die Sensibilität gegenüber gewalttätigem Verhalten in der Öffentlichkeit gewachsen. Dabei ist die Belastbarkeitsgrenze von Lehrern teilweise deutlich überschritten, so dass diese Entwicklung zunehmend nach Lösungen im Sinne von Intervention und vor allem Prävention verlangt. Gestern war Dr. Andreas Schick vom Heidelberger Präventionszentrum zu einem ganztägigen Fortbildungsseminar an der Kiersper Schanhollenschule, um die Pädagogen dort mit der Gewaltprävention durch Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen nach "Faustlos" vertraut zu machen. "Danach können die Lehrer dies schon ab morgen im Unterricht einsetzen", kündigte Schick an. Mit dabei war gestern auch Kreisschulrat Siegfried Kruse.
Die Schanhollenschule hat schon einiges in diesem Bereich unternommen, um die Sozialkompetenz der Schüler zu erhöhen und einen Beitrag gegen die Gewaltzunahme zu leisten: "So sind interaktive Maßnahmen fest in unserem Schulprogramm integriert worden. Ziel ist es, das Gewaltverhalten der Schüler zu reduzieren. In diesen Bereich fällt auch das Seminar "Mut tut gut" oder das zur Ich-Stärkung", informiert Rektorin Marlene Umlauf, die sich freute gestern auch Peter Baran von der Sparkasse begrüßen zu können. Denn diese hat der Grundschule bei der Anschaffung des teueren Materials finanziell geholfen. Erst in der Großgruppe im Lehrerzimmer und danach in Kleingruppen in den Klassenräumen wurde an und mit "Faustlos" gearbeitet. Es handelt sich dabei um ein Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kinder vermindern und ihre soziale Kompetenz erhöhen soll. Basis ist das amerikanische Programm "Second Step", das dort seit vielen Jahren erfolgreich angewendet wird und schon zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Annahme ist, dass aggressives und gewaltbereites Verhalten wesentlich aus einem Mangel an sozialen Kompetenzen resultiert, was eine konstruktive Form der Problem- und Konfliktbewältigung nicht zulässt. Wichtig ist dafür die Kenntnis des angemessenen Verhaltens und dessen Übung. Hier setzt "Faustlos" an und vermittelt alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Das Curriculum umfasst 51 Lektionen. Das Konzept geht davon aus, dass Empathie als die Fähigkeit, die Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten, zu einem großen Teil vermittelbar ist und weder eine Tugend noch eine rein geschlechtstypische Charaktereigenschaft ist. Bei der Impulskontrolle geht es zum einen um interpersonelles und kognitives Problemlösen und zum anderen um das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten. "Faustlos" zielt weiterhin darauf ab, die Wahrnehmung der Auslöser von Ärger mit dem Gebrauch positiver Selbst-Verstärkungen und Beruhigungstechniken zu verbinden. So können Wutanfälle verhindert werden und die Kinder haben die Möglichkeit, über den Vorfall, der den Ärger hervorgerufen hat, nachzudenken.

  Schüler können besser mit Konflikten umgehen

Gewalt an den Schulen im Rhein-Neckar Dreieck nimmt nicht zu/Projekte der Landesregierung zeigen Wirkung/Verbale Gewalt jedoch weiter problemantisch

Rhein-Neckar. (bl) Die körperliche Gewalt an den Schulen im Rhein-Neckar Dreieck hat in den vergangenen drei Jahren nicht zugenommen. Dies geht aus einer Stellungnahme der Landesregierung auf einen Antrag des CDU-Abgeordneten Georg Wacker hervor. Wacker bewertet dies als einen Erfolg der Programme zur Gewaltvorbeugung. So lernten Kinder durch verschiedene Streitschlichterprogramme und das Programm "Faustlos" besser mit Konflikten umzugehen. Allerdings nimmt die verbale Gewalt im Umgang der Mitschüler untereinander und gegenüber Lehrern in allen Schularten zu. "Es gibt daher keinen Grund, sich auf den Erfolgen auszuruhen", teilt Wacker in einer Presseerklärung mit.
"Die Hysterie nach dem Erfurt-Attentat war also übertrieben: Die körperliche Gewalt an den Schulen nimmt keinesfalls überhand", meint Wacker, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Wacker hatte nach dem Erfurter Amoklauf einen Antrag gestellt, in dem die Landesregierung aufgefordert wurde, ihre Maßnahmen zur Gewaltvorbeugung zu überprüfen. Die Studie zur Wirkung des Projektes "Faustlos" ist nun die erste wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum. Sie belegt, daß die Schüler durch "Faustlos" ihre sozialen Fähigkeiten verbessern und Konflikte austragen lernen.
Das Projekt ist bislang einmalig in Deutschland. "Faustlos" hat das Ziel, impulsives und aggressives Verhalten von Kindern im Grundschulalter zu vermindern und ihr soziales Verhalten zu stärken. In der Grundschule beinhaltet das Programm insgesamt 51 Lerneinheiten. Jede Lektion besteht aus drei Teilen: Einem Vorbereitungsteil für die Lehrer, einem Unterrichtsteil der Lektion mit Fotos, einer Geschichte und Diskussionsfragen sowie einem dritten Teil mit Rollenspielen und einer Übertragung des Gelernten, um so die neuen Kompetenzen der Kinder zu vertiefen.
Lehrkräfte und Polizei bewerten auch die "Streitschlichterprogramme" als Erfolg: Gleichaltrige Schüler werden von Schulen, Kirchen und anderen Anbietern zu Streitschlichtern geschult und greifen bei Konflikten frühzeitig ein. Die Fähigkeit von Schülern, mit Auseinandersetzungen angemessen umzugehen, sei damit deutlich verbessert worden, so die Landesregierung.
Trotz aller Erfolge mahnt Wacker, wachsam zu sein: "Wir müssen weiter aufmerksam die Entwicklung verfolgen". Die Zunahme verbaler Gewalt sei zwar weniger offensichtlich, aber dennoch ein großes Probelm. "Gewalt ist jedoch kein rein schulisches Phänomen", betont Wacker. Vielmehr spiegele sie die gesellschaftliche Situation wider. Wacker: "Mit den Anti-Gewalt Programmen können wir nur versuchen, vorzubeugen und auf vorhandene Entwicklungen zu reagieren." Ein Mittel gegen die zunehmende verbale Gewalt auf den Schulhöfen sieht der Abgeordnete in einer stärkeren Vernetzung von Eltern, Lehrern, Kommunalverwaltungen und Polizei: "Wir müssen die Maßnahmen im Umfeld der Jugendlichen zu einem bündeln, nur so ist das Problem langfristig in den Griff zu kriegen."

  Grundschüler auf der Suche nach Gefühlen

Schulen, Wissenschaft und Wirtschaft haben die Hand an einem Koffer: Das Gewaltpräventionsprojekt "Faustlos" wurde gestern mit einer Lehrerschulung begonnen.
Von Robert Goldberg

Delmenhorst. Mit dem Beginn des neuen Unterrichtsjahres haben die rund 700 Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule und der Grundschule Parkstraße auch ein neues Unterrichtsfach: "Heute haben wir Faustlos", werden die Kleinen ihren Eltern wohl zu Hause erzählen. Nach amerikanischem Vorbild wird dabei gelernt, wie aggressives und gewalttätiges Verhalten mit Hilfe von Einfühlung in die Nächsten, Impulskontrolle sowie Umgang mit Ärger und Wut gemindert werden kann.
Gestern fand dazu eine ganztägige Lehrerfortbildung statt. Dr. Andreas Schick und Axel Dewald vom Heidelberger Präventionszentrum schulten dabei 44 Pädagogen der beiden Schulen. Gearbeitet wird dabei hauptsächlich mit Hilfe von Fotos, die typische Konfliktsituationen zeigen (einem Kind wird ein Stift weggenommen), dazu liefert ein Lehrerhandbuch eine Geschichte. Zu jeder Lektion gehört auch ein Rollenspiel, mit dem von der Anregung zum Erleben geführt wird.
Grundgedanke ist die Idee, dass aggressives und gewaltbereites Verhalten wesentlich aus einem Mangel an sozialen Kompetenzen resultiert, was eine konstruktive Form der Problem- und Konfliktbewältigung nicht zulässt. "Faustlos" vermittelt altersgerechte Kenntnisse und Fähigkeiten zum Einfühlungsvermögen in andere, zur Impulskontrolle und zum Umgang mit Ärger und Wut. Die Wahrnehmung von Wut und Ärger soll mit Beruhigungstechniken verbunden werden, so dass Wutanfälle vermieden werden und die Kinder die Möglichkeit gewinnen, über den Vorfall nachzudenken, der den Ärger ausgelöst hat. Dr. Andreas Schick vom Heidelberger Präventionszentrum dazu: "Vor allem geht es zunächst um die Empathie, um das Einfühlen in den Nächsten. Die Kinder sollen zu Experten in Sachen Gefühle werden, nach und nach werden die Kinder zu richtigen Gefühlsdetektiven."
Nach Delmenhorst gebracht wurde das Projekt, das bereits in den Jahren 1998 bis 2001 an 14 Grundschulen in Mannheim und Heidelberg erfolgreich getestet wurde und mittlerweile auf dem Siegeszug durch die Republik ist, durch das Hanse-Wissenschaftskolleg: "Wir hatten bei uns den ersten Faustlos-Koffer stehen. Aufgrund einer Informationsveranstaltung wurde der Kriminalpräventive Rat neugierig, der Ansatz stieß auf Begeisterung", erzählt Uwe Opolka vom Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK). Mittlerweile wurde im HWK selbst eine Forschungsgruppe Gewalt eingerichtet. Opolka konnte Monika Lück als erstes Mitglied dieser künftig dreiköpfigen Gruppe vorstellen, die dem Entstehen von Gewalt auf neurobiologischer Grundlage nachgeht.
Aufgeschlossen stehen die Pädagogen der beiden Grundschulen dem Gewaltpräventionsprojekt gegenüber, das wiederum vom Gewaltpräventiven Rat getragen wird, das konnten die beiden Schulleiter Werner Enigk (Astrid Lindgren) und Hartmut Seedorf (Stellvertreter Parkschule) nach dem begonnenen Lehrertraining berichten. Zu dem Projekt kam es nur, wie Angelika van Ohlen als Geschäftsführerin des Rates betonte, weil die Kosten in Höhe von 4000 Euro ausschließlich von den beiden Sponsoren Energieversorgung Weser-Ems und der OLB Delmenhorst übernommen wurden.
"Faustlos" soll übrigens keine Eintagsfliege bleiben: Die Stunden sind bereits fest in den Lehrplan eingearbeitet, über drei Jahre sollen die insgesamt 51 Lektionen fester Bestandteil des Grundschulunterrichts sein.

  Gefühlstraining für Rabauken

Klicken Sie auf "mehr ...", um ein Interview von Prof.Dr. M. Cierpka für kigaweb zu lesen ...

  "Faustlos" gegen die Gewalt. Ministerin Stewens stellt ein Programm vor, das das Sozialverhalten von Schülern verbessern soll

Von Marten Rolff

Wenn Kinder Opfer von Gewalt werden, sind dafür oft auch andere Kinder verantwortlich. Laut Forschung hat vor allem die Schärfe aggressiver Handlungen an Schulen zugenommen. In Bayern wird deshalb die Erziehung zur gewaltfreien Austragung von Konflikten ausgebaut. Im kommenden Schuljahr startet zunächst an 50 Kindergärten und 60 Grundschulen ein umfangreiches Projekt zur Gewaltprävention. Mit dem Programm „Faustlos“, das Sozialministerin Christa Stewens gestern vorstellte, sollen Kinder spielerisch soziales Verhalten erlernen.

Das auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegte Programm soll bei Kindern vor allem die Einfühlsamkeit und das Verständnis für die Gefühle anderer stärken. Weitere Lernziele bei „Faustlos“ sind die Kontrolle der eigenen Impulse sowie das gewaltfreie Ausleben von Wut und Ärger. Die Förderung der „sozial-emotionalen Fähigkeiten“ bei Kindern gehöre zu den wichtigsten Maßnahmen der Gewaltprävention, sagte der Heidelberger Sozialmediziner Manfred Cierpka. Um aggressivem Verhalten dauerhaft vorzubeugen, müssen man „möglichst früh mit der Förderung beginnen und diese dann systematisch fortführen“.

Gemeinsam mit dem Heidelberger Präventionszentrum hat Cierpka das Programm über einen Zeitraum von acht Jahren entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. „Faustlos“ lehnt sich an das erstmals in den achtziger Jahren in Amerika erprobte Anti-Gewalt-Projekt „Second Step“ an, dessen große Effektivität heute als erwiesen gilt. Die blutigen Amokläufe junger Menschen in Brandenburg, Freising und Erfurt hätten zuletzt auf traurige Art verdeutlicht, wir wichtig früh einsetzende Präventionsprogramme auch in Deutschland seien, sagte Stewens.

„Faustlos“ wurde erstmals 1999 während einer einjährigen Pilotphase an Kindergärten und Grundschulen in Göttingen getestet. Bereits nach vier Monaten hätten die Kinder dort einer Studie zufolge ein stark verbessertes Sozialverhalten gezeigt und aggressive Verhaltensweisen weitgehend abgelehnt, berichtete Cierpka. Eine dreijährige Evaluation an 21 Grundschulen in Mannheim und Heidelberg, die im vergangenen Dezember abgeschlossen wurde, habe ähnliche Ergebnisse gebracht. Stewens bezeichnete es als „wünschenswert“, dass das Kultusministerium das Projekt künftig fest im Grundschullehrplan verankert.

Wesentlicher Bestandteil des Präventionsprogrammes sind Rollenspiele, durch die die Kinder lernen, Konflikte gewaltfrei auszutragen. Dabei geht es vor allem um die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder. Ihnen solle vermittelt werden, nicht vor Konflikten zu flüchten, sondern auf Aggressionen „ich-bezogen und bestimmt“ zu reagieren, und deren Ursachen zu reflektieren, sagte Cierpka. Zentral sei auch die Beziehung zwischen Lehrer und Erzieher auf der einen und Kindern auf der anderen Seite. Je positiver die Bindung sei, desto bessere Ergebnisse würden erzielt.

Für die Durchführung des Programmes, das für Kindergärten und Grundschulen unterschiedliche Schwerpunkte bietet, erhalten teilnehmende Lehrer und Erzieher eine eintägige Schulung. Zusätzlich werden Materialkoffer mit Fotofolien, Handpuppen und einem Handbuch ausgegeben. Die Kosten von 400 bis 590 Euro (jeweils Schulung und Material) übernimmt die von der Staatsregierung im März 2001 gegründete Stiftung „Bündnis für Kinder – gegen Gewalt“. Die Stiftung ist ein Projekt der Bayerischen Kinderschutzkonferenz. In den vergangenen 16 Monaten förderte das „Bündnis für Kinder“ im Freistaat 17 Gewaltpräventionsprojekte mit Zuschüssen von mehr als 150 000 Euro.


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