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Es geht auch ohne Gewalt


Beispielhaft bei der Gewaltverhütung

Im Einzelnen:

  Es geht auch ohne Gewalt

Firma Umicore bietet allen Kindergärten und Tagesstätten das Programm "Faustlos" an.

RHEINFELDEN. Gut drei Dutzend Erzieherinnen, Vertreter der Fördervereine und Elternbeiräte der Rheinfelder Kindergärten waren am Dienstag auf Einladung der Firma Umicore und der Stadt in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen, um sich über das Projekt "Faustlos" informieren zu lassen, das der Rheinfelder Katalysatorenhersteller zur Freude von OB Eberhard Niethammer und der Leiterin des Amts für Familie, Jugend, Senioren und Soziales Cornelia Rösner weiterführt.
Auf den Tag genau ein Jahr zuvor hatte die Umicore das Projekt "Faustlos" für Grundschulen gestartet und dafür 10 000 Euro zur Verfügung gestellt. Ziel war es, impulsives und aggressives Verhalten von Kindern nachhaltig zu vermindern und ihre soziale und emotionale Kompetenz zu erhöhen. Weil das Projekt, an dem sich acht Schulen mit insgesamt 73 Lehrkräften beteiligt hatte, ein großer Erfolg wurde, macht die Firma weiter: "Unser Motto ist Nachhaltigkeit und dazu gehört auch soziales Engagement", erklärte Werkleiter Michael Harris. Die Resonanz der Schulen sei "überwältigend" gewesen, die Rückmeldungen nur positiv, zum Teil, so Harris, hätte sich auch die Zusammenarbeit innerhalb der Kollegien verbessert, hat er erfahren. "Und wenn Sie das wollen, dann unterstützen wir das flächendeckend", lud er die Kindergärten und Kindertagesstätten zum Mitmachen ein. Denn je früher die Prävention einsetze, um so größer sei die Wirkung.
Dies unterstrich Axel Dewald vom Heidelberger Zentrum für Prävention, der das Programm "Faustlos" vorstellte, das vor 25 Jahren in den USA entwickelt wurde und vor zehn Jahren im Rahmen einer großangelegten Studie im Großraum Heidelberg/Mannheim getestet wurde. Weil der Erfolg so groß war, wurde das Präventionszentrum gegründet – als privates Institut. Seither haben bundesweit rund 9000 Einrichtungen Bekanntschaft mit "Faustlos" gemacht. Dewald betonte, dass es dabei nicht um "Projektwochen" gehe, was in einem halben Jahr wieder vergessen sei, sondern um die Einbettung in den Alltag. Während das Programm für Grundschulen und die Sekundarstufe über mehrere Jahre angelegt ist, sind es in Kindergärten und Kindertagesstätten insgesamt 28 Lektionen à 20 Minuten, in denen Baustein für Baustein erarbeitet wird: Die Kinder sollen gefördert werden, sich in andere hineinversetzen zu können – etwa indem der Gemütszustand eines anderen anhand von Fotos seines Gesichts beurteilt wird. Ihnen soll auch das richtige Werkzeug an die Hand gegeben werden, damit sie mit Problemen umgehen können und lernen, dass es mehrere Wege gibt, zwischen denen abzuwägen gilt – etwa bei einer Rempelei auf dem Schulhof. Auch der Umgang mit Ärger und Wut will gelernt sein, erklärte Dewald: "Dass es dies bei jedem Menschen gibt, ist klar, die Frage ist: Was mache ich damit?" Alles werde in kleine Häppchen unterteilt und in Alltagsgeschichten eingebettet. Als Hilfsmittel gibt es den Faustlos-Koffer mit Fotos, den beiden Handpuppen "Wilder Willy" und "Ruhiger Schneck", dazu Anleitungen für Rollenspiele.

Sämtliche Einrichtungen im Stadtgebiet erhalten von der Firma Umicore einen Anmeldebogen, auf dem sie angeben können, wie viele Erzieherinnen an der eintägigen Schulung teilnehmen wollen, die vermutlich in der Einrichtung stattfindet und an der jeweils 12 bis 20 Personen teilnehmen können. "Melden Sie so viele Teilnehmer an, wie es bei Ihnen möglich ist", meinte Dewald und auch Cornelia Rösner ermunterte die Erzieherinnen in den Einrichtungen, sich möglichst zahlreich zu beteiligen.

  Beispielhaft bei der Gewaltverhütung

Heilbronn - - Großes Lob hat die Heilbronner Bürgerstiftung jetzt aus dem Innenministerium bekommen: Was an Heilbronner Schulen und Kindergärten zur Verhütung von Gewalt geschieht, "ist bundesweit beispielgebend", heißt es in einem Schreiben aus Stuttgart an die Vorstandschaft der Bürgerstiftung. Dass das, was in Heilbronn praktiziert wird, sogar in Berlin beim Deutschen Präventionstag zum Zweck der Nachahmung vorgestellt worden ist, "motiviert uns zum Weitermachen und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt Otto Egerter vom Vorstand der Bürgerstiftung.

Bundesweit einmalig ist das 2005 geschlossene Bündnis aller Heilbronner Schulen gegen Gewalt. Kein Kind wächst in dieser Stadt auf, ohne in Projekten wie "Faustlos" oder "Echt stark" gelernt zu haben, wie man Konflikte bewältigen kann, ohne Gewalt anzuwenden. "Erwachsen werden" und "Kompass" heißen die Programme, die an den weiterführenden Schulen und an den Berufsschulen laufen. Rund 290 000 Euro hat die Heilbronner Bürgerstiftung seit ihrer Gründung 2004 für diese Projekte zur Verhütung von Gewalt aufgewendet, mehr als 800 Erzieherinnen und Lehrer wurden in speziellen Seminaren ausgebildet.

Wie viele Kinder und Jugendliche seither die Schulung zur Gewaltfreiheit durchlaufen haben, hat niemand gezählt. "Entscheidend ist", so Egerter, "dass wir hier in unsere Kinder investieren, um eine gewaltfreie Stadt Heilbronn zu erreichen." Mit ihrem Engagement, lobt Hartmut Grasmück, ehemaliger Unterländer Polizeichef und heute beim Innenministerium, gebe die Bürgerstiftung "ein positives Beispiel, wie man auf örtlicher Ebene unter Einbindung möglichst vieler Bürger und Unternehmen aktiv Einfluss auf negative Entwicklungen in unserer Gesellschaft nehmen kann".


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