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Faustlos startet in Leipzig


Bericht über "Faustlos"-Seminar an der GS Münnerstadt am 12.3.05


Probleme ohne Fäuste lösen


Ohne Fäuste Konflikte lösen


Magersucht – Prävention statt Therapie


Wie Kinder mit Ärger und Wut richtig umgehen


"Faustlos verbessert das soziale Klima in Gruppen"

Im Einzelnen:

  Faustlos startet in Leipzig

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  Bericht über "Faustlos"-Seminar an der GS Münnerstadt am 12.3.05

Neben der Diskussion um die notwendige Generalsanierung der Grund- und Hauptschule hat sich das Lehrerkollegium der Grundschule Gedanken gemacht über die Entwicklung eines Schulprofils. Seit einem halben Jahr hat sich die Grundschule dem Fördermodell Anschub der Bertelsmannstiftung, der Barmer Ersatzkasse und des Kultusministeriums angeschlossen. Dessen Ziel ist eine „gute und gesunde Schule“. Für die gesunde Ernährung der Schulkinder gibt es seit einem Jahr vierwöchentlich in Zusammenarbeit mit den Eltern der vier Jahrgangsstufen ein „Gesundes Pausebrot“, das sehr gut angenommen wird. Doch nicht nur die körperliche Gesundheit ist Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Immer mehr Kinder haben psychische Probleme, die sich in ihrem Verhalten äußern. Nun haben die Lehrer sich dafür entschieden, sich verstärkt für die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und der Gewaltprävention einzusetzen. Von einem Heidelberger Präventionszentrum wird hierfür ein Curriculum, das sich über drei Schuljahre erstreckt, angeboten. Das Material und die nötige Fortbildung der Lehrkräfte wurde von „Anschub“ finanziert, da die Lehrkräfte der Grundschule Münnerstadt an „einem Strang ziehen“, wie es die Koordinatorin von „Anschub“ Frau Eva Schorer formulierte. Am vergangenen Samstag nahmen die Münnerstädter Grundschullehrkräfte in ihrem Schulgebäude an einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung für „Faustlos“ teil. Diplompädagogin Andrea Stephan (Karlsruhe) führte sie im Auftrag des Heidelberger Präventionszentrums durch. Es nahmen auch je 2 Lehrkräfte der Kliegl – Grundschule Bad Kissingen und der Johann Petri Volksschule Langendorf daran teil. In einem grundlegenden Referat erklärte Frau Stephan die pädagogischen Grundtheorien des Faustlos – Programms. Dann übten die Teilnehmer in Kleingruppen Lektionen des Programms ein. Dabei versetzten sie sich sowohl in die Lehrer- als auch in die Schülerrollen. „Faustlos“ ist ein Curriculum, das in den ersten drei Schuljahren aus 51 Lektionen besteht, die von der Klassenlehrkraft während des normalen Unterrichts möglichst zur gleichen Zeit mit den Schülern behandelt werden sollen. 3 Schwerpunkte sind Inhalt der Lektionen: Empathieförderung, d.h. die Schüler sollen sich in die Gefühlswelt des Anderen versetzen lernen, Impulskontrolle, wobei Problemlösungen gesucht werden, und der richtige Umgang mit Ärger und Wut. Zu jeder Lektion gibt es eine Bildfolie als Einstieg. Rollenspiele dienen der Einübung des aktiven Handelns. Faustlos richtet sich an alle Kinder der Klasse. Es ist mehr als Gewaltprävention, sondern dient dem Erlernen sozialen Verhaltens. Es ist zwar spezifisch für die Grundschule konzipiert, bahnt aber hier bereits Kompetenzen für das spätere Berufsleben an, wie Konfliktfähigkeit und Problemlösefähigkeit.

Durch begleitende Untersuchungen wurde vor allem eine Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder beobachtet. Kinder, die echtes Selbstwertgefühl besitzen, werden auch nicht so leicht zu Opfern von Gewalttätigkeiten oder Mobbing. Die Teilnehmer des Seminars erfuhren, dass im Umgang mit den Schülern vor allem positive Wertschätzung, gepaart mit Geduld und Zutrauen, sowie Ermutigung und Verstärkung eine Atmosphäre positiver Gefühle schaffen, die die beste Voraussetzung für lernen und gehorchen ist. Die Kinder sollen durch die Faustloslektionen auch lernen, dass sie kein anderes Lebewesen verletzen oder zerstören dürfen und dass sie das Eigentum anderer achten. Den Eltern der Grundschulkinder wird das Programm demnächst in einem Elternbrief vorgestellt. Die Konrektorin der Grundschule Anneliese Albert bedankte sich am Ende des Seminars bei der Diplompädagogin Frau Andrea Stephan für die praktische und motivierende Einführung in das Faustlos-Programm. Nach den Osterferien soll in den einzelnen Klassen damit begonnen werden.

  Probleme ohne Fäuste lösen

Von Katja Schuricht

Mammolshain. Neulich beim Schlittenfahren geriet Helena wieder in so eine Situation: „Auf der Rodelbahn hat mich ein Kind von hinten beinahe umgefahren“, erzählt die Achtjährige. „Da habe ich drei mal tief durchgeatmet, und dann hat sich das Kind entschuldigt.“ Den Tipp mit dem Tiefdurchatmen hat Helena beim „Faustlos“-Projekt erhalten. „Wir sind vor eineinhalb Jahren die erste Schule im Hochtaunuskreis gewesen, die dieses Projekt eingeführt hat“, erklärt Michael Henneberg, Leiter der Grundschule in Mammolshain, der mit seiner dritten Klasse jede Woche eine „Faustlos“-Stunde abhält. Entwickelt wurde „Faustlos“ vom Heidelberger Präventionszentrum. Das Projekt soll helfen, aggressives Verhalten von Kindern zu verringern, deren Selbstbewusstsein zu stärken und die soziale Kompetenz zu erhöhen. „Die Kinder sollen Gefühle erkennen und unterscheiden lernen. Außerdem sollen sie Probleme benennen und Lösungsstrategien entwickeln“, schildert Henneberg. „Sie lernen dabei auch, kontrolliert auf eigene Impulse und Impulse anderer zu reagieren.“ Die Mädchen und Jungen, so Henneberg weiter, arbeiten in den „Faustlos“-Stunden an ihren Defiziten – „damit Gewalt nicht stattfindet“. Alltägliche Situationen dienen den Grundschülern als Beispiele, die sie in Rollenspielen umsetzen. Dann versetzen sie sich in die Rolle des Jungen, dessen Stiefel von den Mitschülern versteckt werden, oder in jene des Mädchens, dem der Ball weggenommen wird. Auf diese Weise lernen die Schüler, wie sie sich selbst in solchen Situationen fühlen. „Vor allem aber geht es darum, dass sie beschreiben, wie andere Menschen sich fühlen und wie sie diesen Menschen ihr Mitgefühl zeigen können“, betont Henneberg. Das Programm zur Gewaltprävention wird seit vier Monaten auch im katholischen Kindergarten St. Michael umgesetzt. „Die Kinder freuen sich auf die „Faustlos“-Stunden, lautet die Erfahrung der Kindergartenleiterin Brigitte Czerwenka.

„Wir lernen in den „Faustlos“-Stunden, wie wir Probleme ohne Fäuste oder Füße lösen können“, beschreibt der achtjährige Sidney. „Wenn mich jemand ärgert oder versucht, mich abzulenken, hebe ich irgendetwas vom Boden auf. Dann ist meine Wut auch schon vergangen“, sagt Sidney. Langsam bis zehn zählen, tief Luft holen oder an etwas Schönes denken – das sind die Maßnahmen, die Alexander (9) ergreift, wenn er geärgert wird. „Wir versuchen, die „Faustlos“-Stunden in allen vier Jahrgangsstufen anzubieten“, informiert Henneberg. Er findet es sinnvoll, dass sich der katholische Kindergarten ebenfalls an dem Projekt zur Gewaltprävention beteiligt. „Die meisten Kinder kommen nach Ende ihrer Kindergartenzeit zu uns an die Schule. Da können wir im ersten Schuljahr an das bereits Erlernte anknüpfen.“ Auch der städtische Kindergarten in der Eppsteiner Straße in Königstein beteiligt sich seit Beginn des Jahres an dem Projekt. „Susanne Blecker hat uns dazu angeregt“, informiert Kindergartenleiterin Mechthild Justen. Blecker ist im Jugend- und Sozialamt der Stadt Königstein für die Sucht- und Gewaltprävention zuständig. Jeden Mittwoch teilen sich die Kindergartengruppen in kleinere Gruppen auf. Auch im Kindergarten dienen den Mädchen und Jungen Fotos, Geschichten und Rollenspiele als Anschauungsmaterial. „Zudem haben wir zwei Handpuppen: die ruhige Schnecke und den wilden Willi. Sie sind wichtige Identifikationsfiguren des Programms“, erläutert Justen.

  Ohne Fäuste Konflikte lösen

In der Grundschule Niederkaufungen wird soziale Kompetenz gezielt gefördert

Von Kirsten Alers

Kaufungen. „Mir geht es sehr gut“, sagt Alp-Erin. Gerade haben seine Klassenkameraden aus der Klasse 1a ihm gesagt, wie schön sie seine dunkle Haut und seinen Pullover finden. Es ist Freitagmorgen, Dagmar Suck ist zu Besuch in der Klasse von Lehrerin Marion Guinand, wie jeden Freitag. Die Sozialpädagogin begleitet alle drei ersten Schuljahre der Grundschule Niederkaufungen bei der Einführung des „Faustlos“-Curriculums. Ohne Fäuste und auch ohne verbale Gewalt Konflikte lösen, „soll genauso in Lektionen gelernt werden wie Rechnen oder Schreiben“, erklärt Suck, tätig im Beratungs- und Förderzentrum in der Agathofschule in Kassel, den Ansatz des vom Heidelberger Präventionszentrum entwickelten Programms. Kürzlich ging es in der 1a darum, wie sich Gefühle wie Glück, Trauer, Wut oder Ekel auf dem Gesicht spiegeln. Jonas, Svenja, Woytek und Dennis demonstrieren das sehr anschaulich. Heute geht es um Ich-Botschaften: Wie sage ich einem anderen, war mir gefällt oder was mich geärgert hat? Die Kinder durchleben in Rollenspielen bekannte Situationen. Einer hat dem anderen die Filzstifte weggenommen und austrocknen lassen, ein Junge lacht über ein Mädchen, das sein Kätzchen verloren hat. Im Nachspielen und Nachempfinden von Konfliktsituationen sollen ohne Gewalt Lösungen entwickelt werden. Bewusst werden keine realen Situationen aus der Klasse gewählt. So hat jedes Kind die Möglichkeit, sich auszuprobieren, auch jenseits der Rolle, die es sonst im Klassenverband hat.
Das „Faustlos“-Curriculum wurde 2001 vom Bundesfamilienministerium freigegeben und zur Gewaltprävention in Grundschulen empfohlen. Von seinem gruppenorientierten Ansatz profitieren alle: die Lehrkräfte, schüchterne und unauffällige, lebhafte und verhaltensauffällige Schüler. Niemand wird – wie bei Interventionsmaßnahmen – herausgehoben und stigmatisiert. Alle lernen, die Gefühle anderer einzuschätzen, ihre eigenen Impulse zu kontrollieren sowie mit Ärger und Wut umzugehen. Interessierte Lehrer müssen an einer Fortbildung des Heidelberger Präventionszentrums teilnehmen. An der Grundschule Niederkaufungen praktizieren fünf Kolleginnen das „Faustlos“-Curriculum in ihren Klassen. Vom 1. bis 3. Schuljahr werden mithilfe eines „Faustlos“-Koffers Selbst- und Fremdwahrnehmung trainiert sowie vielfältige Handlungsvariationen ausprobiert. Ziel ist der Transfer in echte Auseinandersetzungen. Am 24. Februar nehmen 24 Lehrer aus Oberkaufungen, Nieste, Vollmarshausen und von der Agathofschule an einer „Faustlos“-Fortbildung in Kaufungen teil. „Soziale Kompetenzen zu fördern muss Anliegen jeder Schule sein“, sagt Ilse Eckhard, Leiterin der Grundschule Niederkaufungen.

  Magersucht – Prävention statt Therapie

Magersucht – Prävention statt Therapie.

  Wie Kinder mit Ärger und Wut richtig umgehen

Von Sabine Schritt

Usinger Land. „Nun vertragt euch doch einfach mal!“ Welches Kind hat diese Worte von Erwachsenen wohl noch nicht gehört? Doch es sei eben alles andere als „einfach“, erklärte Dr. Andreas Schick am Montagabend im Landhotel „Zum Hessenpark“, wo er auf Einladung des Rotary-Clubs Saalburg-Taunus über das Gewaltpräventions-Projekt „Faustlos“ referierte. Wichtige Verhaltensweisen im menschlichen Zusammenleben würden oft nicht ausreichend in der Praxis geübt. Und die Praxis soll mit „Faustlos“ durch Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen vermittelt werden. Das langfristige Programm richtet sich ausschließlich an Kinder. In für Kindergärten 28 und für Grundschulen 51 aufeinander aufbauenden Lektionen werden Kinder gefördert – darin, sich in andere hineinzuversetzen und darin, Dinge zu erkennen und auszudrücken. Außerdem lernen die Mädchen und Jungen, ohne Faust mit Impulsen wie Ärger und Wut umzugehen. „Genau an diesen drei Punkten liegen die Defizite“, erklärte der Diplom-Psychologe vom Heidelberger Präventionszentrum. Je früher mit dem Programm begonnen werde, umso größer sei der Erfolg. Schick verglich dies mit dem Erlernen einer zweiten Sprache. „Je früher die Kinder etwas lernen, umso selbstverständlicher ist es für sie, dies später im Leben anzuwenden.“ Die Kinder könnten das soziale Verhalten, das sie bereits früh im Kindergarten lernen, genau von Verhaltensmustern trennen, die sie vielleicht woanders sehen. Wichtig sei, den Kindern Ideen zu geben und ihnen Alternativen aufzuzeigen. „Faustlos“ sei jedoch keine Therapie. Es richte sich nicht an verhaltensauffällige und sehr aggressive Kinder. Diese könnten zwar wunderbare Motivatoren sein, „Faustlos“ in der Schule zu installieren. Diese Kinder sollten jedoch dann aus dem Fokus herausgenommen werden. Lehrkräfte würden lernen, sich nicht nur auf die „schwierigen Kinder“ zu konzentrieren, sondern sich auch auf die Stützen einer Klasse zu besinnen. Das Klassenklima verbessere sich deutlich.

Aber wie kommt man nun an „Faustlos“? Die Mitarbeiter des Heidelberger Präventionszentrums bilden erfahrene Erzieher und Lehrer aus. Aus gutem Grund gebe es keine Trainer, die direkt mit den Kindern arbeiten, so Schick. „Die Umsetzung ist erfolgreicher, wenn sie auf der Beziehungsebene stattfindet.“ Die Ausbildung kostet 105 Euro pro Person, hinzu kommt das Material mit Handbuch, Anleitung und vielen Bildern. Denn diese seien der Eisbrecher jeder Lektion, erläuterte Schick. Anhand von Fotos lernen die Kinder Gesichtsausdrücke, Körpersprache und Verhaltensweisen zu verstehen. In Rollenspielen werden Alltagssituationen dann praktisch geübt.

Der Vortrag war der zweite Teil der Reihe „Schule ohne Gewalt – Smog“ des Rotary-Clubs Saalburg-Taunus, der sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig der Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen widmet. Wer sich für „Faustlos“ interessiert, findet weitere Informationen zur Anmeldung und Kontaktmöglichkeiten auf der Internetseite http://www.faustlos.de. Am 21. Februar referiert Werner Romini über die Initiative „Drogenfrei macht Schule“. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Landhotel Zum Hessenpark.

  "Faustlos verbessert das soziale Klima in Gruppen"

Vortrag zur Gewaltprävention bei Kindern – Mit Programm präventiv Aggressionen begegnen


Neu-Anspach (bs). „Faustlos“ – mit dem Begriff verbinden viele eine Möglichkeit, Gewalt schon unter Kindern entgegenzuwirken. Dementsprechend groß war das Interesse der Lehrer, Schulleiter, Erzieher und auch der Eltern an dem Vortrag zum Thema „Faustlos: Gewaltprävention bei Kindern“ am Montagabend, zu dem der Rotary-Club Saalburg-Taunus in die Räume des Landhotels im Hessenpark eingeladen hatte.

Doch Referent Dr. Andreas Schick, diplomierter Psychologe und Geschäftsführer des Heidelberger Präventionszentrums verdeutlichte den etwa 100 Zuhörern, dass sich „Faustlos“ nicht an verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche richte, sondern präventiv Aggressionen begegne und eine humanistische Haltung fördere. „Faustlos verbessert nachgewiesenermaßen das soziale Klima in Gruppen.“ Seit zehn Jahren gibt es das Programm, das vor allem drei Ziele verfolgt: Zum Ersten soll die Empathie, das heißt die emotionale und soziale Kompetenz der Kinder, gefördert werden. Zum Zweiten werde trainiert, Impulse zu kontrollieren. Das heißt, nicht unbedacht zu reagieren, sondern überlegt zu agieren und nicht sofort zuzuschlagen. Zum Dritten werde der Umgang mit Ärger und Wut geübt, so dass ein Kinder Herr seiner Gefühle bleibt und auch weiß, wie es sich selber wieder beruhigen kann. „Zeigt den Kindern was und wie sie in bestimmten Situationen reagieren können, dann machen sie auch gerne mit“, stellte Schick klar. Um diese Ziele zu erreichen, gebe es in dem Präventionsprogramm aufeinander aufbauende Lehrinhalte, die sich bei Grundschulkindern über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken. Dabei sei Faustlos weniger reine Theorie, sondern vielmehr würden die Lernziele spielerisch in Rollenspielen und mit Hilfe von zwei Handpuppen vermittelt, die in die normalen Unterrichtseinheiten integriert würden. „Zwar verliert man zunächst reguläre Unterrichtszeit, doch später gewinnt man durch das verbesserte Klassenklima Zeit“, machte Schick den Lehrerinnen Mut. Anhand von Fotos würden Emotionen besprochen, Konfliktlösungen erarbeitet und später eingeübt. „Denn Wissen ist nicht gleichbedeutend mit Können, daher arbeiten wir verstärkt mit Rollenspielen.“ Der Referent benannte als Vorteile von Faustlos, dass sich das Angebot an bestehende Gruppen richte und unabhängig vom Elternhaus funktioniere. Außerdem vermittelten keine externen Trainer, sondern vertraute Bezugspersonen – Lehrer oder Erzieher – den Umgang mit Gefühlen.

Die Schulung und die Materialienkoffer von Faustlos haben jedoch ihren Preis und verhindern so manches Mal, dass eine Schule das Projekt anbietet. Die eintägige Fortbildung kostet pro Lehrer 105 Euro und die notwendigen Materialien rund 500 Euro. Doch, so Schick, fördere die Stiftung „Kinder gegen Gewalt“ das Projekt, so dass sich die Kosten verringern ließen. Die Effizienz von „Faustlos“ ist in Studien über drei Jahren belegt, die Schick wie folgt zusammenfasste: Die teilnehmenden Kinder zeigten sich sozial kompetenter und selbstsicherer, konnten Konflikte besser lösen und hatten weniger Ängste. Und beinahe das Wichtigste sei, so der Referent, Faustlos mache sowohl den Kindern als auch den Betreuungspersonen Spaß. So zitierte er einen Grundschüler, der in einem Brief nach dem Projekt geschrieben hatte. „Ich habe gelernt, dass man mit der Faust nicht viel anfangen kann.“


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